
Kronen Zeitung
EMOTIONEN PUR
Fußball-Linz ist zwei Tage im Ausnahmezustand
Blau-Weiß kämpft gegen den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga, der LASK um den Meistertitel. Viele Menschen, Alkohol und dazu eventuell Frust sorgen für eine explosive Mischung. An diesem Wochenende hat die Linzer Exekutive zwei Großkampftage.
„So etwas hat es, glaub’ ich, noch nie gegeben. Dass zwei Vereine mit einer sehr aktiven Fanszene in der letzten Runde im direkten Duell gegen den Abstieg spielen. Genau das macht es so besonders“, sagt Helmut Mitter, Sicherheitschef von Blau-Weiß Linz, vor dem heutigen Spiel gegen den GAK. Und weil es in beiden Fanszenen einige verhaltensauffällige Individuen gibt, ist auch die Linzer Polizei besonders aufmerksam.
Polizei ist gerüstet
„Es ist ein Hochrisikospiel, das ist klar, und wir werden deshalb auch gewappnet sein“, sagt Simon Kiteko, Leiter des Einsatzreferats der Polizei. Man rechne mit rund 700 Fans aus Graz, und die sollen nicht mit den Anhängern von Blau-Weiß in Kontakt kommen – dafür sollen rund 200 Beamte sorgen. Denn es wird sicherlich emotional werden am Ende des Spiels – und damit dürften Zwischenfälle nicht auszuschließen sein.
Am Sonntag sind dann auch wieder große Emotionen und große Menschenmengen in Linz möglich. Schafft es der LASK nämlich, dass er den Meistertitel in der Fußball-Bundesliga sicherstellt, dann wird in Linz natürlich ausgiebig gefeiert werden.
Public Viewing im Stadion
Weil die Athletiker allerdings in Wien spielen, gibt es auf der Gugl „nur“ ein von der Stadt Linz bewilligtes Public Viewing. Was danach kommt, wird der Spielverlauf in Wien zeigen. Aber geht es nach den Linzern, soll der Meistertitel gefeiert werden – alles unter dem wachsamen Auge der Polizei. „Auch am Sonntag werden wir vor Ort sein, aber natürlich sind die Voraussetzungen ganz andere“, sagt Simon Kiteko dazu. Denn natürlich will man die Linzer Fußballfans feiern lassen, aber alles in einem vernünftigen Rahmen. „Da wird eher der Alkohol eine Rolle spielen und die Menge der Menschen, aber wir werden das im Griff haben“, ist sich Kiteko sicher.
Helmut Mitter von Blau-Weiß wagt einen optimistischen Blick in die Zukunft. „Ich hoffe, wir können feiern, und am Sonntag werden die letzten von uns heimgehen, wenn die LASK-Fans sich auf den Weg nach Wien machen.“ Dann gibt es in Linz vielleicht ein Wochenende nur voll positiver Emotionen.
Wer den Fußball liebt und mitfiebert, der weiß: Das sind ganz heftige Emotionen, die man im Laufe einer Saison oder eines einzelnen Spiels erlebt. Freude, Ekstase, Trauer und Wut liegen ganz knapp beieinander. Die wichtigste Nebensache der Welt eben. Wer sie nie erlebt hat, hat etwas verpasst – wie ich meine.
Doch es muss Grenzen geben, wenn es darum geht, seinen Emotionen freien Lauf zu lassen. Gewalt kann da kein Katalysator sein, Gewalt kann auch kein Ausdruck von Zugehörigkeit zu einem Verein sein. Umso schöner wäre es, wenn am Wochenende in Linz alle Fußballfans etwas zu feiern haben.
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